Ein Überblick über die häufigsten Notfallsituationen bei Katzen und Tipps, wie man sich verhalten sollte. 

Schock

Eine der häufigsten Ursachen für einen Schock ist hoher Blutverlust. Anzeichen für einen Schockzustand sind auffällige Apathie und fehlende Reaktion auf Umweltreize, sehr hohe Herz- und Atemfrequenz sowie sinkende Körpertemperatur, wobei sich die Beine und Pfoten des Tieres kalt anfühlen. Deutlich erkennbar ist ein Schock an der verlangsamten Füllungszeit der Kapillare. Hierzu drückt man mit einem Finger fest gegen das Zahnfleisch, das unter dem Druck weiß wird. Wenn die Druckstelle nicht sofort nach dem Loslassen wieder ihre normale Farbe erreicht, sondern länger als 5 Sekunden blass bleibt, kann man von einem Schock ausgehen. In diesem Falle muss man sofort mit dem Tier zum Arzt. Zum Transport muss das Tier in eine Decke oder ein Handtuch gewickelt werden, damit die Körperwärme nicht weiter absinkt.

Blutungen

Normalerweise bluten kleinere Wunden nicht länger als 5-10 Minuten. Ist das nicht der Fall und die Katze zeigt zusätzlich erste Anzeichen von Apathie, so ist der Gang zum Tierarzt unausweichlich. Als Sofortmaßnahme kann man bei starken Blutungen einen Druckverband anlegen. Hierzu wird ein Päckchen Verbandmull auf die blutende Stelle gedrückt und fest mit einer elastischen Binde umwickelt. Handelt es sich um eine unzugängliche Körperstelle, so kann man oft auch durch direkten Druck durch Auflegen eines Stückes Verbandsmull mit der Hand über mehrere Minuten die Blutung zum Stillen bringen. Blutungen an den Gliedmaßen und am Schwanz können auch durch Abbinden der Gliedmaße gestillt werden. Das sollte allerdings von einem Laien möglichst nur im Falle von Lebensgefahr für das Tier durchgeführt werden. Der Tierarzt entscheidet dann, ob die Wunde genäht werden muss oder von selbst verheilt.

Autounfall

Wenn die Katze von einem Auto angefahren wurde, gilt es zunächst einmal Ruhe zu bewahren. Die schwerverletzten Tiere versuchen meistens, vom Unfallort zu fliehen. Das verschlimmert natürlich die Verletzungen, ausserdem kann sich das Tier und somit einer dringend notwendigen tierärztlichen Behandlung entgehen. Die Katze darf daher nicht unbeaufsichtigt gelassen werden! Bitten Sie ggf. Passanten, einen Tierarzt bzw. die Tierklinik zu verständigen.

Blutet die Katze aus dem Maul, so ist sie, wie beim Menschen üblich, in eine Seitenlage zu bringen, wobei man möglichst die Zunge ein wenig herauszieht, um ein Ersticken zu verhindern. Auch sollte man den Rachenraum mit einem sauberen Taschentuch von Blut und Speichel befreien. Sind weder Herzschläge noch Puls seh- bzw. spürbar, die Pupillen starr und weit geöffnet, so ist der Tod wahrscheinlich schon eingetreten. Sind noch schwache Reaktionen spürbar, so muss umgehend die künstliche Beatmung einsetzen. Man öffnet dazu das Maul und schaut nach evtl. Fremdkörpern im Rachen, die zu entfernen sind. Auch Blut und Schleim sollten entfernt werden. Nachdem man tief eingeatmet hat, nimmt man die Nase des Tieres zwischen die Lippen und atmet aus. Der Mund des Tieres bleibt dabei geschlossen. Beim Ausblasen des Atems ist darauf zu achten, ob sich der Brustkorb des Tieres dehnt. Das wiederholt man ca. fünf- bis sechsmal pro Minute, solange, bis das Tier wieder selbständig atmet.

Vergiftungen

Leider ist man in den wenigsten Fällen dabei, wenn die Katze mit etwas giftigem in Berührung kommt. Man merkt es meistens erst, wenn die ersten Vergiftungserscheinungen auftreten. Wenn man allerdings doch mitbekommt, dass das Tier Gift aufnimmt oder Vergiftungserscheinungen zeigt, so sollte man sofort einen Tierarzt aufsuchen. Von Selbsthilfemaßnahmen wie dem Aufstreuen von Salz auf den Zungenrücken oder dem Versuch Erbrechen auszulösen, ist dringend abzuraten! Bei ätzenden Giften kann das Erbrechen eine irreparable Schädigung der Speiseröhre und des Rachenraumes verursachen. Nur der Tierarzt kann entscheiden, welches die geeignetes Behandlungsmethode ist. Egal, ob das Tier Gift geschluckt oder auf der Haut hat, auf jeden Fall ist dem Tierarzt das Gift im Originalbehälter mitzubringen.