Die Katze als Hüter der Kornkammern...

Im alten Ägypten wurde viel Ackerbau betrieben und die in großen Kornkammern lagernden Getreidevorräte zogen natürlich scharenweise Mäuse an. Diese konnten zu einer ausgewachsenen Plage werden und das Risiko für Hungersnöte stieg beträchtlich. Die Ägypter setzten damals gezielt Katzen ein, die - ihrem angeborenen Jagdtrieb folgend - die Schar der Nager effektiv dezimierte.

 

Natürlich wurden die Katzen wegen ihrer Verdienste im Kampf gegen die Mäuseplagen verehrt. So hielten die Ägypter beispielsweise besonders zu Erntezeiten Riten und Feiern zu Ehren der nützlichen Tiere ab.

Auch in der Religion spielte die Katze eine große Rolle...

Der von den Ägyptern verehrte Sonnengott Ra wurde im Kampf gegen den Gott der Finsternis (verkörpert durch die Schlange Apophis) in Gestalt eines Katers dargestellt. Jeden Morgen mit Sonnenaufgang verdrängte das Licht die Finsternis, oder sinnbildlich gesprochen: Der Kater (Ra) erschien und vertilgte die Schlange.

Dies Bild vom Sieg des Lichts über die Dunkelheit tauchte immer wieder im alten Ägypten auf. Es verkörperte einen wichtigen Bestandteil des ägyptischen Glaubens.

Neben der Gestalt des Katers, in den sich der Sonnengott Ra verwandelte um seine Feinde zu besiegen, gab es auch das Bild einer Katze. Die Ägypter ordneten dieses Tier der Liebesgöttin Bastet zu. Bastet, die die Göttin des Mondes war, verkörperte Fruchtbarkeit. Sie galt auch als Schutzgöttin der Frauen und wurde bei Kinderwunsch und Niederkunft angerufen.

Die Mondgöttin und der Sonnengott bekämpften gemeinsam den Gott der Finsternis. Ra tat dies jeden Morgen mit Sonnenaufgang, Bastet des nachts, denn ihre Aufgabe bestand darin, die Sonne in der Nacht vor den Mächten der Finsternis zu beschützen.

Doch Bastet besaß nicht immer das freundliche, schutz- und fruchtbringende Wesen. Anfänglich wurde die Kriegsgöttin Sachmet, die auch für Krankheiten und Seuchen verantwortlich gemacht wurde, mit dem Haupt eines Löwen dargestellt. Dieses Abbild verkörperte die Wildheit, den Schrecken und die Aggression dieser Göttin. Erst allmählich wurde dieses Bild durch das der sanftmütigeren Bastet ersetzt, die in Gestalt einer normalen Katze dargestellt wurde.

Katzen wurden im alten Ägypten prunkvoll bestattet und über den Tod hinaus noch verehrt. Wie verstorbene Menschen wurden die Tiere fachgerecht einbalsamiert und in Särgen, die meist die Form einer Katze hatten, bestattet.

In Bubastis, einem Ort im Gebiet des Nildeltas, befand sich ein großer, speziell für die Beisetzung toter Katzen errichteter Friedhof. Zahlreiche Ausgrabungen im alten Ägypten förderten Katzenmumien zutage und legen Zeugnis ab von der Verehrung der Ägypter für diese Tiere.

Wer eine Katze tötete – und hierbei spielte es keine Rolle, ob dies absichtlich oder aus Versehen geschah! - den erwartete die Todesstrafe. Zur damaligen Zeit lebte in nahezu jedem ägyptischen Haushalt eine Katze. Katzenbesitzer, denen die geliebten Tiere gestorben waren, zeigten ihre Trauer dadurch, dass sie sich die Augenbrauen abrasierten.

 

Die Ahnen der heutigen Katze...

Doch welches war nun die älteste bekannte Katze?

Nachforschungen ergaben, dass es sich bei der ältesten bekannten ägyptischen Katze um dieGinsterkatze (siehe auch „Wildkatzen") handelte. Diese Katzenart zählt zu den wildlebenden Schleichkatzen.

Diese Katzen sind vorwiegend in Afrika und im südlichen Asien zu finden. Sie zählen nicht zu den domestizierten Katzen. Auch die Rohrkatze (ebenfalls eine wildlebende Katze) war in Ägypten zu finden. Um ca. 2000 v. Chr. tauchen die ersten domestizierten Katzen im alten Ägypten auf. Es handelte sich hier um die sog. Falbkatzen, die in Afrika und Vorderasien weit verbreitet sind. Man kann sagen, dass aus der Gattung der Falbkatzen unsere heutigen Hauskatzen hervorgingen.

Zwar war die Ausfuhr der heiligen Tiere aus Ägypten strengstens verboten, doch gelangten immer wieder Tiere – teils durch Schmuggler, teils als unfreiwillige blinde Passagiere – auf Schiffen nach Europa. Heutzutage geht man davon aus, dass sich die Falbkatze mit der in Europa einheimischen Waldwildkatze gekreuzt hat. Aus dieser Kreuzung gingen letzten Endes unsere heutigen Stubentiger hervor.

 

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